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Karthäusernelke, Dianthus carthusianorum – Rosa-pinkes Blütenleuchten

von | 18.Okt 2022 | Lieblingspflanzen

Karthäusernelke – in der Eifel entdeckt

Anfang Oktober in der Eifel: ein sonniges, warmes Tal mit geschützt gelegenen Felsen und Schotterflächen. Ein Magerstandort der ersten Wahl für die letzten, blühenden Karthäusernelken. Dunkelrosa Tupfen am Stein, von der Nacht noch mit Tau bedeckt und von der Morgensonne zum Leuchten gebracht.
Da die Karthäusernelke in Deutschland z.T. als stark gefährdet eingestuft wird, teilweise sogar auf der Vorwarnliste der Roten Liste steht, freue ich mich immer wieder kleine Inseln zu finden, wo sie wächst und sich offensichtlich wohl fühlt. Ich selbst liebe auch diese Magerstandorte, denn da finde ich meist noch andere Pflanzenlieblinge. Hier in der Eifel steht die Karthäusernelke u.a. mit dem Bergziest (Stachys recta) in einer lockeren Wuchsgemeinschaft.

Die Karthäusernelke wird in Österreich auch Steinnelke genannt (nicht zu verwechseln mit der Dianthus sylvestris, die bei uns Steinnelke heißt), da sie bis auf 2500 Höhenmetern in den felsigen Bergen zu finden ist.

Der Namensursprung 

Der Name “Dianthus“ stammt aus dem Griechischen. Er ist zweiteilig und wird mit „göttlich“ und „Blume“ übersetzt. Die Gattung Dianthus wird also als göttliche Blume beschrieben. Auch der Artenname „carthusianorum“ und der deutsche Name Karthäusernelke haben einen geschichtlichen Hintergrund. Man geht davon aus, dass er dem katholischen Orden der Karthäuser Brüder entlehnt wurde. Diese kultivierten die Nelke wegen ihrer Inhaltsstoffe in ihren Gärten. Alle Pflanzenteile enthalten Saponine und Eugenol, die schmerz- und entzündungshemmend wirken und für Heilzwecke eingesetzt wurden.

Die Karthäusernelke zu Hause im Garten

Ausgehend von ihrem Naturstandort, bieten sich im eigenen Garten sonnige, warme und trockene Plätze an. Der Boden muss unbedingt durchlässig und eher mager sein. Bei zu viel Nährstoffen kann sie mit Blütenausfall reagieren. Diese Erfahrung habe ich selbst schon gemacht. Ein Abmagern mit Sand und/oder Schotter fördert auch die Durchlässigkeit bei zuvor lehmhaltigem Untergrund. So eignen sich beispielsweise Steingärten, Dächer, Mauerkronen, aber auch Hanglagen mit Schotter und Felsen oder magere Wiesen. Du kannst sie auch in Töpfen kultivieren und nah bei dir auf der Terrasse oder den Balkon stellen.
Die Karthäusernelke bildet immergrüne Polster, aus denen dann im Sommer, die bis zu 45 cm langen, fast blattlosen Blütenstängel in die Höhe wachsen. Die köpfchenförmigen Blütenstände mit mehreren Einzelblüten krönen sie regelrecht und unterscheidet sie von anderen Nelkenarten.

Schmetterlingsblume

Die Dianthus carthusianorum hat blauen Pollen, ein wunderbares Farbenspiel in Kombination mit der rosa bis pinken Blüte. Und so lockt er verschiedene Wildbienenarten an und dient ihnen als Nahrung. An den Nektar gelangen allerdings nur Schmetterlinge. Dieser liegt tief verborgen in der schmalen Nelkenblüte, den nur Insekten mit langem Rüssel erreichen können. Du kannst z.B. Zitronenfalter, Schwalbenschwänze oder auch Dickkopffalter beim Naschen beobachten.
Der so angenehm, süßliche Duft der Karthäusernelken – manche sagen, er würde nach Vanille riechen –entsteht durch das pflanzeneigene ätherische Öl Eugenol. Und das lockt nicht nur Insekten an.

Pflege und Vermehrung

Die Karthäusernelke gehört zu den ausdauernden Stauden, die kurzlebiger als andere sind und sich daher am günstigen Standort durch Selbstaussaat erhalten. Sie eignen sich zum Verwildern. Wer dieses freie Wechselspiel mag, wird seine Freude mit ihr haben. Ihre Samenkapseln öffnen sich bei Sonne und geben die Samen frei, schließen sich dann aber zügig bei Regen. Du kannst sie auch selber sehr leicht aus Saatgut großziehen. Die Dianthus carthusianorum ist ein Warm- und Lichtkeimer. Das heißt, sie wird im Frühling eingesät und nicht mit Erde abgedeckt, sondern nur festgedrückt. Wenn du bereits erwachsene Pflanzen hast, kannst du sie auch teilen.
Grundsätzlich benötigt sie offene Standorte für die Selbstaussaat, andernfalls würde sie keinen geeigneten Platz für die Nachkommen finden und von anderen Arten überwuchert werden. Die Karthäusernelke braucht keinen Dünger, kein zusätzliches Wasser und es reicht der Schnitt der vertrockneten Blütenstängel im Frühling. Bei einer so pflegeleichten, selbständigen und sehr winterharten Staude gibt es nicht viel zu tun. Sie braucht nur unseren liebevollen Blick.

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